Meerschweinchen stammen ursprünglich aus dem Andenhochland Südamerikas und wurden vor rund 400 Jahren nach Europa gebracht. Sie leben in der freien Natur in Gruppen. Deshalb ist nur die Haltung von zwei oder mehreren Tieren artgerecht. Männchen müssen vor der Geschlechtsreife vom Tierarzt kastriert wer-den, da sich sonst sehr rasch Nachwuchs einstellt!
Wie bei jeder Anschaffung eines Haustieres ist es ratsam, erst im Tierheim nachzufragen. Der Fachhandel führt einfarbige und mehrfarbig gefleckte Kurzhaar-, Langhaar- und Rosettenrassen sowie Albinos (weiß mit roten Augen, sind lichtempfindlich). Bei den drei letztgenannten Rassen handelt es sich um empfindliche Zuchtformen.
Jungtiere sollten mindestens 6 Wochen alt sein. Gesunde Tiere erkennt man an glänzen-dem, gleichmäßig dichtem Fell, klaren Augen, sauberen Augenrändern, sauberen Nasen- und Ohrenöffnungen und an ihrer Vitalität.
Haltung
Diese putzigen Hausgesellen sind tagaktiv, brauchen viel Bewegung und müssen daher auch immer wieder die Gelegenheit haben, in der Wohnung frei herumzulaufen. Da sie sehr geräuschempfindlich und schreckhaft sind, eignen sie sich nicht als Kuscheltiere für kleine Kinder. Sie können aus Angst vor kleinen, ungeschickten Kinderhänden auch bissig werden. Meerschweinchen verständigen sich durch Quieken, Gurren, Pfeifen und Glucksen.
Der Käfig mit Gitterstäben aus korrosionsbeständigem, nicht reflektierendem, bissfestem Material muss rechteckig und mindestens 100 cm lang, 6o cm breit und 5o cm hoch sein. Er darf nicht in Fensternähe, neben Heizkörpern oder Elektrogeräten und nicht auf dem Boden aufgestellt werden. Reine Glas- oder Kunststoffbehälter sind ebenso verboten wie ein Bodenrost aus Draht, weil Verletzungsgefahr droht.
Die Käfigausstattung besteht aus einem Schlafhäuschen pro Tier, einer Heuraufe, einem möglichst schweren Futternapf und einerTrinkflasche, die am Käfiggitter befestigt wird. Auch Klettermöglichkeiten (trockene, ungespritzte Zweige von Obstbäumen) und Verstecke (z.B. Röhren aus Ton oder Beton) sind für die Beschäftigung der Tiere unverzichtbar.
Artgerechte Einstreu führt der Fachhandel. Heu, Sägemehl, Torfmull, Hobelspäne, Zeitungen, mineralische Katzenstreu und Sand sind als Einstreu ungeeignet. Die "Toilettenecke" muss täglich gesäubert werden. Einmal pro Woche wird die gesamte Einstreu gewechselt.
Meerschweinchen können auch in einem geeigneten großen Freigehege im Garten gehalten werden, müssen sich aber erst langsam an die Außentemperaturen gewöhnen. Auf jeden Fall muss das Gehege vor Katzen, Hunden, Füchsen, Mardern und Greifvögeln durch eine sichere Gitterabdeckung geschützt sein!
Fütterung
Meerschweinchen werden 2x täglich immer zur gleichen Zeit gefüttert. jeden Tag ist auch das Wasser in der Trinkflasche zu wechseln.
Die Hauptnahrung besteht aus Futterheu und 2-3 Esslöffeln Fertigfutter pro Tier aus dem Fachhandel. Frisches Obst und Gemüse (Stückchen von geschälten Äpfeln, Birnen, Karotten, Gurken, unbehandelte Salatblätter etc.) brauchen die Tiere, um gesund zu bleiben.
Grünfutter darf nicht angewelkt sein, weil es Blähungen verursachen würde. Keinesfalls dürfen Brot-, Gebäck- und andere Essensreste oder Süßigkeiten zugefüttert werden. Kein Grünzeug vom Straßenrand verfüttern, da es durch Abgase und Streusalz belastet ist!
Zur Zahnpflege eignen sich handelsübliche Knabbersteine und ungespritzte Zweige von Obstbäumen. Manchmal kommt es vor, dass die Nagezähne zu lang werden. Dann müssen sie unbedingt vom Tierarzt abgeschliffen werden, weil die Tiere ansonsten lebensbedrohende Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme bekommen.
Zeitaufwand
?ca. 1/2 Stunde pro Tag für Freilauf in der Wohnung (nur unter Beobachtung)
?durchschnittlich ca.1/2 Stunde pro Tag zur Käfigreinigung und Fütterung
Kosten
?Anschaffungskosten inkl. Erstausstattung ab Euro 6o,-
?Folgekosten ab ca. Euro20,- pro Monat und Tier für Futter und Streu, zusätzlich fallweise Tierarztkosten
Und Bitte nicht vergessen: „Tiere sind kein Spielzeug“