Hasen und Kaninchen
Tips zum Thema Hasen und Kaninchen

Kaninchen können in geschlossenen Wohnungen nur bedingt artgerecht gehalten werden. Sie stammen vom europäischen Wildkaninchen ab, sind Höhlenbewohner und leben in Gruppen. Deshalb sollten sie zumin­dest paarweise angeschafft werden und dies wenn möglich gleichzeitig, weil sonst heftige Rangordnungskämpfe ausbrechen können. Bei Paarhaltung muss unbedingt ein Tier sterilisiert werden, weil sich die Tiere sprichwörtlich rasch und häufig vermehren.

Kaninchen sind weder Schmuse- noch Kuscheltiere. Ihre Lebenserwartung beträgt 8 bis 10 Jahre.

Beliebt sind vor allem Zwergkaninchen mit kleinen Stehohren oder Hängeohren (sogen. Zwergwidder). Vorsicht ist geboten, wenn Kaninchen von unbekannten Züchtern auf Kleintiermärkten angeboten werden, weil sich so manches vermeintliche Zwergkaninchen spä­ter als großes "Karnickel" entpuppt.

Jungtiere sollen wenigstens 8 Wochen alt sein, bevor sie vom Muttertier getrennt werden. Gesunde Tiere erkennt man an glänzendem, gleichmäßig dichtem Fell, klaren Augen, saube­ren Nasen- und Ohrenöffnungen sowie an ihrer Vitalität.

Haltung

Ein Zwergkaninchenkäfig muss mindestens 100 cm lang, 60 cm breit und 50 cm hoch sein und abgesehen von der Bodenschale aus korrosionsbeständigen, nicht reflektierenden Gitterstäben gefertigt sein. Der Käfig darf nicht in Fensternähe, neben Heizkörpern oder Elek­trogeräten und nicht auf dem Boden aufgestellt werden. Reine Glas- oder Kunststoffbehälter sind ebenso verboten wie ein Bodenrost aus Draht, weil Verletzungsgefahr droht.

Die Käfigausstattung besteht aus einem aus-reichend großen Schlafhäuschen (pro Kanin­chen ein Häuschen), einem möglichst schweren Futternapf, einer Trinkflasche und einer Heuraufe. Weiters muss für Nagemöglichkeiten (trockene, ungespritzte Zweige von Obstbäu­men) gesorgt sein. Artgerechte Einstreu führt der Fachhandel. Heu, Sägemehl, Torfmull, Sand, Hobelspäne, mineralische Katzenstreu und Zeitungen sind als Einstreu ungeeignet. Die "Toilettenecke" muss täglich gesäubert wer-den. Zx pro Woche wird die gesamte Einstreu gewechselt.

Kaninchen fühlen sich in einem geeigneten großen Freigehege im Garten am wohlsten, müssen sich aber erst langsam an die Außen­temperaturen gewöhnen.

Das Gehege muss durch ein Fundament abgesichert sein, unter dem sich die Tiere nicht durchgraben können. Das Freigehege ist auf jeden Fall durch Gitterabdeckung vor Katzen, Hunden, Füchsen, Mardern und Greifvögeln zu schützen!

Fütterung

Kaninchen werden 2x täglich immer zur gleichen Zeit gefüttert. Jeden Tag ist auch das Wasser in der Trinkflasche zu wechseln.

Die Hauptnahrung besteht aus Fertigfutter aus dem Fachhandel. 2x pro Woche soll frisches Obst und Gemüse (Stückchen von geschälten Äpfeln, Birnen, Karotten, Gurken, unbehandelte Salatblätter, Bärentatzen, Löwenzahnblätter) zugefüttert werden. Das Grünfutter darf nicht angewelkt sein, weil es Blähungen verursachen würde. Keinesfalls dürfen Brot-, Gebäck- und andere Essensreste oder Süßigkeiten zugefüt­tert werden. Kein Grünzeug vom Straßenrand verfüttern, da es durch Abgase und Streusalz belastet ist!

Zeitaufwand

ca. 1 1/2 Stunden pro Tag für Freilauf in der Wohnung (nur unter Beobachtung, da Kanin­chen Möbel und Elektrokabel anknabbern können). Vorsicht auf Balkonen! Kaninchen können aus dem Stand bis zu 70 cm hoch springen!

durchschnittlich ca. 1/2 Stunde pro Tag zur Käfigreinigung und Fütterung

Kosten

Anschaffungskosten inkl. Erstausstattung ab Euro 70.-

Folgekosten ab ca. Euro 20.- monatlich pro Tier für Futter und Streu ) zusätzlich fallweise Tierarztkosten

 


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